Heinemann, Sven: Vortrag aus „Die Berliner Ringbahn“

Im Zuge von Industrialisierung und Metropolenentwicklung wächst auch die Ringbahn Ende des 19. Jahrhunderts rasant. Neben Wohnquartieren entstehen parallel zum Schienenstrang unterschiedliche Industriestandorte. Die Eingemeindung vieler Brandenburger Städte entlang der Ringbahn führt 1920 dazu, dass der Ring auf einmal mitten in Groß-Berlin und nicht mehr zu großen Teilen inmitten von Brandenburger Ackerland liegt. Seitdem wird die Hauptstadt in zwei Hälften eingeordnet: innerhalb und außerhalb des Rings. Der Zweite Weltkrieg war eine große und folgendschwere Zäsur in der Entwicklung der Ringbahn: Die Bahnstrecke wird schwer beschädigt und in der Nachkriegszeit nicht wieder mit allen Verbindungen komplett aufgebaut. Durch die innerdeutsche Grenze war die Ringbahn zwischen Berlin und der DDR 41 Jahre lang unterbrochen. 2002 wird zumindest der S-Bahnring wieder geschlossen. Die S-Bahn ist auf dem Ring ein Symbol des Kalten Krieges und der Vereinigung zugleich. In Heinemanns Vortrag erfahren die Zuhörer:innen viel über die Geschichte der Strecke und den aktuellen Zustand. Dazu hat er drei Jahre lang recherchiert und Zeugnisse, Kuriositäten und Anekdoten aus der Ringbahn-Vergangenheit zusammengetragen. Heinemann wird von den Anfängen, als die Gleise „irgendwo ins nirgendwo“ gebaut wurden, der NS-Zeit und den Deporationszügen, die an der Ringbahn gestartet sind, den Stasi-Spitzeln, Streiks, Störungen und dem Stillstand im geteilten West-Berlin berichten.
  • 29. November 2022, 19:00 Uhr

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    Wahlkreisbüro Franziska Becker
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